1910 Wie alles begann....
Begeistert von den Ideen eines Friedrich Ludwig Jahn, später "Turnvater" genannt, versammeln sich zu Anfang des Jahres eine
Anzahl jüngerer Männer in der Gastwirtschaft Hans und gründen einen Turnverein. Sie nennen sich MTV Bornhausen und
wählen Fritz Jürries zu ihrem 1. Vorsitzenden. 15 Jahre wird er dieses Amt innehaben und den Verein in seiner
schwierigen Anfangsphase, über den Ersten Weltkrieg hinaus, führen.
An Turngeräten gibt es bislang nur ein einsames Reck auf dem Schulhof und der junge Verein führt seine Übungsstunden in der
Scheune des Vereinswirts durch. Später erhält die Gastwirtschaft einen Saal, der von da an als "Turnhalle" dient.
Bereits im Oktober 1910 stellt sich der Verein der Bevölkerung in einer öffentlichen Veranstaltung vor. Die gezeigten
Geräte- und Freiübungen sind ein voller Erfolg und finden reichlich Beifall.
1912
Der Verein hat sich auch auf überörtlicher Ebene schon ein gewisses Ansehen erworben. Zum ersten Mal, es war am 20. Oktober,
überträgt man ihm die Ausrichtung eines Gauturnfestes, das damals noch "Bezirks-Vorturner-Stunde" genannt wurde. Dort werden
die vom Gau vorgeschriebenen Übungen bekannt gegeben und vorgeführt.
1914
Anfang Juni findet wiederum ein großes Turnfest in Bornhausen statt. Dies ist ein willkommener Anlass, die Fahne des Vereins
durch Pastor Lang weihen zu lassen.
1916
Auch während des Krieges bemühen sich die wenigen Turner, die nicht einberufen sind, um die Fortsetzung des Vereinslebens.
So führen sie am 7. Mai den Gauturntag des Harzgaues durch.
1919
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges muss sich auch der MTV mit dem neuen Volkssport Fußball auseinandersetzen. Da eine
Fußballsparte aber nicht zustande kommt, bekommt der MTV Konkurrenz. Im März gründen einige junge Männer einen
Fußballverein, der sich FC Bornhausen nennt. Mit viel Begeisterung legen sie in Eigenleistung am Pfingstanger auf
Domänengrund einen Sportplatz an. Erstmalig wird dieser Sport jetzt in Bornhausen betrieben. Erfolge der Fußballer
bleiben allerdings aus, so dass sich der FC wieder auflöst. Die verbleibenden Fußballer geben aber nicht auf. Kurz darauf
gründen sie einen Arbeiter-Sport-Verein, den ASV Bornhausen. Aber auch er sammelt mehr Misserfolge als Siege und hat
bald auch mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Es bleibt wiederum nur die Auflösung und einzig der MTV bleibt
bestehen.
Es wird bis nach dem Zweiten Weltkrieg dauern, bis ein neuerlicher Versuch, Fußball in Bornhausen heimisch werden zu lassen,
unternommen wird.
1935
Am 1. Ostertag findet das 25jährige Stiftungsfest statt, bei dem auch der verdiente Turnwart und Mitbegründer des
Vereins, Wilhelm Linnekuhle geehrt wird. Er soll sich noch lange Jahre als eifriger Förderer des Turnsports in Bornhausen
bewähren.
1945
Auch während des Krieges ist der Turn- und Sportbetrieb nie ganz zum Erliegen gekommen. Nach dem Kriege finden die alten
Turn- und Sportfreunde bald wieder zusammen und aktivieren mit neuem Schwung das Vereinsleben. Die Mitgliederzahlen steigen
und 1948 zählt man bereits wieder 65 Vereinsmitglieder.
1956
Auf Initiative des Besitzers der Harzer Rodel- und Skiwerkstätten, Karl Rademacher, gründet der MTV im Dezember eine
Skiabteilung, die in den folgenden Jahren sehr rege und auch auf überörtlicher Ebene sehr erfolgreich ist. Bis
Mitte der 60er Jahre erringen MTVer zahlreiche Kreismeisterschaften. Später wird es aber wieder still um die Abteilung.
Im Jahr 2000 hat der MTV die Mitgliedschaft zum Niedersächsischen Skiverband gekündigt.
1960
Im Frühjahr beginnen die Mitglieder des Vereins in mühevoller Eigenarbeit in der gemeindeeigenen Sandgrube
einen Sportplatz zu bauen. Auch die Jugend Bornhausens arbeitet eifrig mit. Körbeweise werden Steine aus der Erde
geholt, das Gelände eingeebnet, Mutterboden verteilt und die Fläche mit Sportplatzsamen eingesät. Mit finanzieller
Unterstützung des Kreissportbundes Gandersheim und der Gemeinde Bornhausen wird ein vier Morgen großer Platz hergerichtet.
Eine 100 Meter Laufbahn und zwei Sprunggruben komplettieren das Areal.
Rechtzeitig zum 50jährigen Vereinsjubiläum, das am 27. und 28. August mit einem Gauturnfest begangen wird, ist der
Sportplatz fertig. Leider zwingt das Wetter dazu, einen Teil der Wettkämpfe im Saal der Vereinswirtschaft auszutragen.
Dennoch ist es ein gelungenes Fest mit einem unvergesslichen Festumzug.
Im Juli versammeln sich die Freunde des Fußballsports und beraten über die Wiederaufnahme des Spielbetriebes. Von der
Gründung eines eigenständigen Vereins wird, nach den schlechten Erfahrungen der Vergangenheit, Abstand genommen.
Zwei Wochen vor dem Jubiläumsfest, am 13. August, wird im Vereinslokal Schneider eine Fußballsparte gegründet. Damit
hat der Fußball endgültig, unter dem Dach des MTV, eine Heimat in Bornhausen gefunden. Zum ersten Spartenleiter wird Ernst
Nimke gewählt. Sein Stellvertreter ist Otto Sukowski und Beitragskassierer wird Arthur Golke.
Mit einer Herren-, einer Jugend- und zwei Knabenmannschaften greifen sie in die Punktspiele ein. Die ersten Heimspiele kann
die junge Abteilung erst im Frühjahr 1961 austragen, da der neue Sportplatz noch nicht genügend belastbar ist.
1973
Am 17. Februar dieses Jahres wird die Turnhalle in Bornhausen eingeweiht. Direkt neben der Schule gebaut, soll sie
sowohl dem Schulsport als auch dem Sportverein dienen. Die Vereinsarbeit des MTV wird durch diesen Bau entscheidend belebt.
Die Turner haben endlich eine bedarfsgerechte Sportstätte, die Fußballer können während der Wintermonate ihr Training
unvermindert fortsetzen und schon bald wird sich eine weitere Abteilung gründen.
1974
In der neuen Turnhalle beginnen in einer Übungsstunde für Faustballer einige jüngere Männer Volleyball zu spielen.
Die Ausbreitung dieser Sportart nach der Olympiade 1972 in München geht um bis nach Bornhausen. Die junge Abteilung wächst
sehr schnell und ist überaus erfolgreich. Der MTV Bornhausen ist bald der "Volleyballclub" im Stadtgebiet von Seesen und
dominant im gesamten Kreis Goslar.
1979
Im Frühjahr, bald nach der Hauptversammlung des MTV, stirbt ganz überraschend der 1. Vorsitzende Erich Dorgau. In seine Zeit
als Vorsitzender fallen die für den Verein so wichtigen "Bauten" wie Sportplatz und Turnhalle.
25 Jahre, drei Jahre länger noch als sein Vorgänger Wilhelm Linnekuhle (1. Vorsitzender von 1932 - 1954) hat er den Verein
geführt und sich vorbildlich für ihn engagiert.
Sein Nachfolger wird der damals amtierende 2. Vorsitzende Arthur Golke, der noch heute im Amt des Veranstaltungswartes dem
Vorstand mit Rat und Tat zur Seite steht.
1985
Am ersten Juniwochenende feiert der MTV Bornhausen sein 75jähriges Jubiläum. Mit nahezu 600 Mitgliedern ist er der mit
Abstand größte Verein des Ortes. Ein Fest, an das sich die Mitglieder noch heute gern erinnern. Ein großer bunter Abend mit
den Showgrößen Peter Petrel und Ingrid Peters sowie ein großer Umzug durch das Dorf sind die Glanzlichter dieser Feier.
1994
Aus einer Laune heraus fragen einige Mitbürger beim Vorstand an, ob sie die Turnhalle als Trainingsstätte zum Bosseln nutzen
dürfen. Diese in Ostfriesland sehr verbreitete Sportart findet bald mehr und mehr Anhänger.
Eine neue Bossel-Abteilung gründet sich, die in der Folgezeit sehr erfolgreich agieren wird.
2000
Zur Jahrtausendwende übernimmt übernimmt Ulrich Finster das Amt des Vereinsvorsitzenden. Unter seiner Regie öffnet
sich der Verein dem Trend. Bauchtanz, Modern Dance, Rope Skipping, Step Aerobic und Kick-It nehmen Einzug in das
Vereinsleben. Zunächst werden diese neuen Sportarten in der Abteilung Turnen untergebracht. Jedoch ist der Zulauf zu den
Übungsstunden so groß, so dass sich schnell zwei neue Abteilungen gründen.
Die Bauchtanzgruppe Banat el Amar, unter der Leitung von Kerstin Palandt, tritt im Jahr 2000 dem MTV Bornhausen
bei. Das ist die Grundsteinlegung für eine Tanzabteilung. Nur ein Jahr später gründet Martina Finster aus den damaligen
Anfängerinnen die Formation Essamara. Die Abteilung Tanzen wird geleitet von Martina Finster.
Im April 2000 wird in der Turnabteilung eine neue Sportart Step-Aerobic unter der Leitung von Bianca Schneider
angeboten. Der Zulauf ist so groß, dass schon nach kurzer Zeit die Trainingszeiten und Übungsstunden um eine weitere
Übungsleiterin, Ute Wagner, ergänzt werden müssen.
Im Jahr 2001 "rauscht" die Tae-Bo Welle auf den MTV zu. Und so entsteht unter der Leitung von Christiane
Finster eine weitere neue Sparte Kick-It.
Auf Grund stetig wachsender Mitgliederzahlen in diesen neuen Sparten, ist die Trennung von der Turnabteilung unausweichlich.
So wird im Jahr 2002 die Trendsportabteilung gegründet. Die Leitung der Abteilung übernimmt Bianca Schneider.
Seit dem Jahr 2000 schreibt auch der Sportabzeichenwettbewerb eine Geschichte der besonderen Art. Hatte bis dahin der
Erwerb des Sportabzeichens nur eine untergeordnete Rolle gespielt, so ändert sich das schlagartig, als Heinz Puhst
als Verantwortlicher für die Abnahme des Sportabzeichens gewonnen werden kann. Seitdem steht der MTV Bornhausen an der
Spitze im Sportabzeichenwettbewerb der Vereine in seiner Wertungsgruppe im Kreissportbund Goslar.
2007
Auf Initiative der Bosselabteilung des MTV Bornhausen, mit Volkmar Witte an der Spitze, und nach Vorgesprächen mit
interessierten Mannschaften, klärenden Gesprächen mit den Vorständen und der Ausarbeitung eines Konzeptes mit Spielmodus
und Regeln wird 2007 ein Punktspielbetrieb in der so genannten "Bossel-Liga Harz" aus der Taufe gehoben.
2010 (100 Jahre MTV Bornhausen)
Der Vorstand im Jahr 2010: (Hintere Reihe von links) Günter Altenhoff, Alexandra König, Bianca Schneider,
Axel Türk, Nicole Poerschke-Wagner, Susanne Henjes-Brieske, Frank Langer.
Vorn (von links) Rolf Werner, Bernd Hartung und
Frank Fuhrmann.
Am Anfang des Jahres 2010 hat der Verein 760 Mitglieder und mit Frank Langer, im Jahr seines 100-jährigen Bestehens,
einen neuen 1. Vorsitzenden. Er ist erst der zehnte Vorsitzende in dieser langen Vereinsgeschichte.

"100 Jahre MTV - 100 Jahre Sport in Bornhausen": Unter dieses Motto stellt der Verein sein 100-jähriges Jubiläum, dass
vom 18. bis 20. Juni 2010 in einem Festzelt auf dem Dorfplatz stattfindet. Auf dem Kommersabend am Freitag werden in
Anerkennung und Würdigung ihres unermüdlichen Eintretens für die Ziele und Belange des MTV Bornhausen Hans-Walter
Pallinger, Erhard Schneider, Heidemarie Steinmann und Elvira Werner zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt.
Eine besondere Ehre wird Arthur Golke zuteil: Er wird zum ersten Ehrenvorsitzenden des MTV Bornhausen ernannt.
Die Teilnehmer im ausverkauften Festzelt am Sonnabend sind schier aus dem Häuschen, als sie mit der "NDR 1 Tanz- und Showband
James Steiner" bis zum ersten Hahnenschrei den großartigen Festball feiern.
Bei bestem Wetter geht auch der tolle Festumzug, der sich schier endlos durch die festlich geschmückten Straßen von Bornhausen
schlängelt, am Sonntag über die Bühne. Ein Fest, an das sich die Mitglieder noch heute gern erinnern.